Brustknötchen zu Beginn der Pubertät

Ein kleiner Knoten unter der Brustwarze

- meist ganz harmlos

Plötzlich entdecken Eltern oder Jugendliche einen kleinen, manchmal schmerzhaften Knoten unter der Brustwarze. Häufig ist nur eine Seite betroffen. Das kann zunächst erschrecken und schnell die Sorge vor einer ernsthaften Erkrankung auslösen.

Die beruhigende Nachricht: In den allermeisten Fällen handelt es sich um eine ganz normale Veränderung zu Beginn der Pubertät. Sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen kann das Brustdrüsengewebe unter dem Einfluss der Geschlechtshormone anschwellen und vorübergehend druckempfindlich werden.

Warum entstehen diese Brustknötchen?

Mit Beginn der Pubertät verändert sich der Hormonhaushalt. Die Brustdrüsen reagieren besonders empfindlich auf diese Umstellung.

Bei Mädchen beginnt das Brustwachstum häufig mit einer kleinen, festen Brustknospe direkt unter der Brustwarze. Nicht selten entwickelt sich zunächst nur eine Seite. Die zweite Brust folgt manchmal erst Wochen oder Monate später.

Auch bei Jungen kann das Brustdrüsengewebe vorübergehend wachsen. Diese sogenannte pubertäre Gynäkomastie ist eine häufige und harmlose Begleiterscheinung der hormonellen Entwicklung. Etwa jeder zweite Junge erlebt während der Pubertät eine solche Brustdrüsenschwellung.

Typisch ist ein kleiner, rundlicher oder scheibenförmiger Knoten unmittelbar unter der Brustwarze. Er fühlt sich meist fest-elastisch an und kann bei Berührung oder beim Sport etwas schmerzen.

Wie lange bleiben die Knötchen bestehen?

Bei Mädchen ist die Brustknospe der Beginn des normalen Brustwachstums. Die anfängliche Druckempfindlichkeit verschwindet meist mit der weiteren Entwicklung.

Bei Jungen bildet sich das vergrößerte Brustdrüsengewebe in den meisten Fällen von selbst wieder zurück. Das kann einige Monate, gelegentlich auch ein bis zwei Jahre oder länger dauern.

Eine Behandlung ist normalerweise nicht notwendig. Auch ein Ultraschall ist bei einem eindeutig typischen Befund meist entbehrlich.

Was können Sie selbst tun?

Meist genügt es, die empfindliche Brustregion etwas zu schonen. Weiche, nicht scheuernde Kleidung und das Vermeiden von Druck helfen häufig bereits.

Bitte nicht ständig an dem Knötchen drücken oder tasten. Dadurch wird das empfindliche Gewebe zusätzlich gereizt. Bei Schmerzen kann vorsichtiges Kühlen angenehm sein.

Vor allem hilft etwas Geduld. Die hormonellen Veränderungen gehören zur natürlichen körperlichen Entwicklung und regulieren sich bei Jungen meist von selbst.

Gut zu wissen

Ein kleiner, druckempfindlicher Knoten direkt unter der Brustwarze ist zu Beginn der Pubertät meist normales Brustdrüsengewebe – kein Tumor.

Auch eine einseitige Schwellung ist häufig völlig normal.

Wann sollten wir genauer nachsehen?

Nicht jede Brustschwellung muss untersucht werden. Eine ärztliche Abklärung ist jedoch sinnvoll, wenn der Knoten ungewöhnlich schnell wächst, sehr hart oder unregelmäßig erscheint oder außerhalb des Bereichs der Brustwarze liegt.

Auch bei deutlicher Rötung, Überwärmung, starken Schmerzen, Fieber oder Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze sollten wir Ihr Kind untersuchen.

Treten Brustknötchen bereits deutlich vor dem üblichen Pubertätsbeginn auf oder bleiben sie bei Jungen über längere Zeit unverändert bestehen, prüfen wir, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind.

Bei unklaren Befunden kann eine Ultraschalluntersuchung helfen, das Brustdrüsengewebe genauer zu beurteilen.

Brustknötchen zu Beginn der Pubertät sind häufig und nahezu immer harmlos. Sie entstehen durch die natürliche hormonelle Umstellung und können vorübergehend schmerzhaft sein oder sich auf beiden Seiten unterschiedlich entwickeln. Bei Mädchen beginnt damit das normale Brustwachstum, bei Jungen bildet sich die Schwellung meist von selbst zurück.

Geben Sie Ihrem Kind Zeit und vermitteln Sie ihm Sicherheit. Gerade in der Pubertät können körperliche Veränderungen verunsichern. Eine verständliche Erklärung hilft oft mehr als jede Behandlung.

Wenn Sie sich wegen einer Brustschwellung Sorgen machen, beraten wir Sie gerne in unserer Sprechstunde oder über unseren Praxis-Chat.

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