Fruktose- & Laktoseunverträglichkeit

Wenn Milch oder Fruchtsaft Bauchweh machen

Bauchschmerzen, Blähungen oder dünner Stuhl nach Milch, Fruchtsaft oder größeren Mengen Obst? Dahinter kann eine Laktose- oder Fruktoseunverträglichkeit stecken.

Die beruhigende Nachricht: Beide Störungen sind bei Kindern meist harmlos und gut zu beeinflussen. Häufig müssen Milch oder Obst keineswegs dauerhaft vom Speiseplan verschwinden.

Was passiert im Darm?

Bei einer Laktoseintoleranz wird Milchzucker nicht ausreichend gespalten, weil das Enzym Laktase in der Dünndarmschleimhaut vorübergehend oder dauerhaft vermindert arbeitet.

Gerade bei Kindern ist dies nicht selten nur vorübergehend: Nach einem Magen-Darm-Infekt kann die empfindliche Darmschleimhaut noch einige Wochen brauchen, bis ihr Enzymsystem wieder vollständig funktioniert. Milch wird dann plötzlich schlechter vertragen – mit zunehmender Erholung des Darms bessert sich dies meist wieder.

Bei einer Fruktosemalabsorption kann der Dünndarm größere Mengen Fruchtzucker nur begrenzt aufnehmen.

In beiden Fällen gelangt Zucker in den Dickdarm. Dort wird er von Darmbakterien vergoren – es entstehen Gase und Flüssigkeit. Typische Folgen sind Bauchgrummeln, Blähungen, Bauchschmerzen und dünner Stuhl.

Fruchtsaft ist nicht gleich Obst

Besonders häufig sehen wir Beschwerden nach Fruchtsäften, Smoothies oder größeren Mengen süßer Getränke. Hier gelangt viel Fruktose in kurzer Zeit in den Darm.

Ganzes Obst wird meist besser vertragen: Durch Kauen, Ballaststoffe und die langsamere Aufnahme ist die Fruktosebelastung weniger konzentriert. Deshalb sollte Obst bei Verdacht auf Fruktosemalabsorption nicht vorschnell aus der Ernährung gestrichen werden.

Gut zu wissen

Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit sind keine Allergien. Meist entscheidet die Menge darüber, ob Beschwerden auftreten.

Ziel daher: nicht verbieten, sondern herausfinden, was Ihr Kind gut verträgt.

Wie finden wir die Ursache heraus?

Oft helfen bereits die Krankengeschichte und ein kleines Ernährungs- und Bauchschmerztagebuch.

Bei unklaren Beschwerden kann ein H₂-Atemtest sinnvoll sein. Dabei prüfen wir nach einer definierten Menge Laktose oder Fruktose, ob der Zucker im Dünndarm ausreichend aufgenommen wird.

Wichtig ist dabei nicht nur der Messwert: Entscheidend ist, ob während der Untersuchung auch die typischen Beschwerden auftreten.

Was können Sie selbst tun?

Reduzieren Sie zunächst die Lebensmittel, nach denen Beschwerden zuverlässig auftreten. Danach kann die Menge vorsichtig wieder gesteigert werden.

Bei Laktose sind kleine Mengen Milchprodukte häufig gut verträglich. Nach einem Magen-Darm-Infekt lohnt sich nach einigen Wochen immer wieder ein neuer Versuch.

Bei Fruktose gilt vor allem: Fruchtsäfte und Smoothies reduzieren – normales Obst nicht unnötig meiden.

Dauerhafte strenge Diäten sind bei Kindern selten sinnvoll und können zu einer einseitigen Ernährung führen.

Bauchweh nach Milch oder Fruchtsaft ist meist kein Grund zur Sorge.

Besonders nach Magen-Darm-Infekten kann eine Laktoseunverträglichkeit nur vorübergehend bestehen. Bei Fruktose lohnt sich zunächst ein Blick auf die Trinkgewohnheiten – häufig sind größere Mengen Fruchtsaft das eigentliche Problem.

Mit etwas Beobachtung lässt sich die persönliche Verträglichkeitsgrenze meist gut herausfinden. Bei anhaltenden Beschwerden helfen wir Ihnen gerne in unserer Sprechstunde oder über unseren Praxis-Chat.

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