Anaphylaxie

... dann muss es schnell gehen 🚨

Eine Anaphylaxie ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Bei Kindern sind vor allem Nahrungsmittel, seltener Insektengifte oder Medikamente mögliche Auslöser. Die Reaktion beginnt meist plötzlich und kann sich innerhalb weniger Minuten verstärken.

Das Wichtigste für Eltern: Wer die ersten Zeichen kennt und sein Notfallset richtig anwenden kann, ist gut vorbereitet.

  

Woran erkenne ich eine Anaphylaxie?

Warnzeichen sind:

  • Atemnot,
  • Husten oder pfeifende Atmung,
  • Schwellung von Zunge oder Rachen,
  • Kreislaufprobleme,
  • starke Benommenheit oder Bewusstlosigkeit

Auch plötzliches Erbrechen oder starke Bauchbeschwerden können zusammen mit Haut- oder Atemwegssymptomen auftreten.

Quaddeln, Hautrötung und Juckreiz sind häufig – eine schwere Anaphylaxie kann auch ohne Hautausschlag auftreten.

 

Im Zweifel: Adrenalin frühzeitig anwenden

Bei einer beginnenden schweren Reaktion ist der Adrenalin-Autoinjektor das wichtigste Notfallmedikament
Nicht erst auf eine weitere Verschlechterung warten.

Das Notfallset

Kinder mit entsprechendem Anaphylaxierisiko erhalten ein individuell zusammengestelltes Notfallset. Dazu gehören je nach Situation:

▪️ Adrenalin-Autoinjektor – das wichtigste Medikament
▪️ Antihistaminikum
▪️ ggf. Kortisonpräparat
▪️ bei Asthma ggf. ein Bronchien-erweiterndes Notfallspray

Welche Medikamente Ihr Kind benötigt und in welcher Dosierung, legen wir individuell fest.

Im Notfall

– so handeln Sie richtig

1. Adrenalin-Autoinjektor sofort anwenden
Schutzkappe entfernen und den Autoinjektor entsprechend der Geräteanleitung außen am Oberschenkel auslösen – notfalls auch durch die Kleidung.

2. Notruf 112
Sagen Sie deutlich: „Anaphylaxie bei einem Kind.“

3. Kind richtig lagern
Bei Kreislaufproblemen hinlegen, möglichst Beine hoch. Bei ausgeprägter Atemnot darf das Kind aufrecht sitzen. Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage; bei Kreislaufstillstand sofort Wiederbelebung beginnen.

4. Beim Kind bleiben
Atmung und Bewusstsein beobachten. Bei unzureichender Wirkung kann eine weitere Adrenalingabe erforderlich werden.

Wichtig

Antihistaminikum (Cetirizin) und Kortison (Prednisolon) wirken nicht schnell genug, um Adrenalin bei einer schweren Anaphylaxie zu ersetzen.

Bei Atemwegs- oder Kreislaufsymptomen gilt: Adrenalin zuerst.

Sicherheit entsteht durch Übung

Der Autoinjektor sollte immer erreichbar sein – zu Hause ebenso wie in Kindergarten, Schule, Freizeit und Urlaub. Achten Sie regelmäßig auf das Verfallsdatum und darauf, dass Betreuungspersonen wissen, wo das Notfallset liegt und wie der Autoinjektor funktioniert.

Am besten üben Eltern, Großeltern und andere Betreuungspersonen die Anwendung immer wieder mit einem Trainingspen ohne Nadel und Medikament. Strukturierte Schulungen werden von den Fachgesellschaften ausdrücklich empfohlen.

  

Eine Anaphylaxie ist bei Kindern selten, aber ernst zu nehmen. Mit einer guten Allergiediagnostik, einem passenden Notfallplan und einem griffbereiten Adrenalin-Autoinjektor lässt sich das Risiko im Alltag gut beherrschen.

Notfallset dabei – Anwendung geübt – im Ernstfall Adrenalin und 112.

Print