Virale Mandelentzündung

Halsschmerzen

 – wenn der Rachen Alarm schlägt

Halsschmerzen gehören zu den häufigsten Infekten im Kindesalter. Sie können plötzlich beginnen, das Schlucken zur Qual machen und Kinder innerhalb weniger Stunden völlig ausbremsen. Hinter den geröteten Mandeln steckt jedoch meist keine bakterielle Erkrankung, sondern eine Virusinfektion.

Gerade diese viralen Halsentzündungen können ausgesprochen schmerzhaft sein, verlaufen aber fast immer harmlos. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst schnell ein Antibiotikum einzusetzen, sondern die Beschwerden zu lindern und den Körper bei seiner natürlichen Abwehr zu unterstützen.

Viren statt Bakterien

Etwa 60–90 % aller Hals- und Mandelentzündungen werden durch Viren verursacht. Im Winter überwiegen klassische Erkältungsviren wie Rhino-, Adeno-, Influenza- oder RS-Viren. In den Sommermonaten und den Übergangszeiten treten dagegen häufiger Enteroviren und Coxsackieviren auf. Deshalb wird umgangssprachlich gelegentlich auch von einer „Sommerangina" gesprochen.

Die gleichen Sommer-Viren können je nach Kind vor allem den Rachen, den Darm oder die Haut befallen. Deshalb können ähnliche Erreger ganz unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen – von der viralen Mandelentzündung über Magen-Darm-Infekte bis hin zur Hand-Fuß-Mund-Krankheit.

Kommen zusätzlich schmerzhafte Bläschen oder kleine Geschwüre im Mund hinzu, denken wir eher an eine Herpangina oder Stomatitis. Diese Krankheitsbilder stellen wir Ihnen auf eigenen Ratgeberseiten ausführlich vor.

Warum sind die Halsschmerzen oft so stark?

Die Schleimhaut von Rachen und Mandeln ist besonders empfindlich. Schon eine oberflächliche Virusentzündung kann deshalb erhebliche Schmerzen verursachen. Viele Kinder essen einige Tage kaum etwas oder trinken nur kleine Mengen. Das wirkt auf Eltern oft beunruhigend, gehört aber häufig zum normalen Krankheitsverlauf.

Wichtiger als das Essen ist jetzt eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Sobald die Schmerzen nachlassen, normalisieren sich Appetit und Trinkverhalten meist rasch wieder.

Was hilft Ihrem Kind?

Bei einer viralen Mandelentzündung geht es vor allem darum, die Beschwerden zu lindern und den Körper bei seiner natürlichen Abwehr zu unterstützen.

Viel trinken, weiche und kühle Speisen, ausreichend Ruhe und Schlaf sowie eine wirksame Schmerzbehandlung mit Paracetamol oder Ibuprofen helfen meist am besten. Auch pflanzliche Mittel wie Salbei oder Kamille sowie altersgerechte Halssprays oder Lutschpastillen können die gereizte Schleimhaut angenehm beruhigen und das Schlucken erleichtern.

Antibiotika helfen gegen Viren nicht und verkürzen den Krankheitsverlauf nicht.

Hausmittel  bei Mandelentzündung

 Homöopathie bei Mandelentzündung

Wann sollten Sie Ihr Kind vorstellen?

Bitte suchen Sie uns auf, wenn Ihr Kind kaum noch trinkt, hohes Fieber länger als drei Tage anhält, starke Schluck- oder Atembeschwerden auftreten oder der Allgemeinzustand deutlich beeinträchtigt ist. Auch wenn sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht bessern oder Sie unsicher sind, untersuchen wir Ihr Kind gerne.

Gut zu wissen

  • Die meisten Mandelentzündungen werden durch Viren verursacht.
  • Antibiotika sind bei einer viralen Mandelentzündung nicht wirksam.
  • Eine gute Schmerzbehandlung erleichtert das Trinken und unterstützt die Erholung.
  • Die Erkrankung heilt meist innerhalb weniger Tage folgenlos aus.

Eine virale Mandelentzündung kann Kinder einige Tage erheblich belasten, ist aber in den allermeisten Fällen harmlos. Mit ausreichend Flüssigkeit, einer guten Schmerzbehandlung, pflanzlichen Mitteln und etwas Geduld heilt die Entzündung meist von selbst aus. Vertrauen Sie auf die natürliche Abwehr Ihres Kindes – und wenn Sie unsicher sind, begleiten wir Sie gerne in unserer Sprechstunde oder über den Praxis-Chat.

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