Erkältung, Schnupfen
Warum Schnupfen sinnvoll ist
So paradox es klingt: Schnupfen ist ein wichtiger Schutzmechanismus. Beim Eindringen von Viren schwellen die Nasenschleimhäute an, die Durchblutung nimmt zu und vermehrter Schleim bindet und transportiert Erreger ab. Dieser Prozess schützt die Atemwege und unterstützt die Reifung des kindlichen Immunsystems.
Gerade im Säuglings- und Kleinkindalter ist Schnupfen deshalb häufig und meist harmlos. Ziel einer modernen, natürlichen Schnupfenbehandlung ist es nicht, den Schnupfen zu unterdrücken, sondern die körpereigenen Reinigungs- und Abwehrprozesse sinnvoll zu unterstützen. Eine gute Behandlung erleichtert den Schleimabfluss, pflegt die Schleimhäute und hilft dem Körper, die Infektion selbstständig zu bewältigen.
Was Ihrem Kind hilft
Durchblutung fördern
Eine gute Durchblutung der Schleimhäute stärkt die Abwehr. Bewährt haben sich warme Füße – z.B. durch ansteigende Fußbäder oder abwechselnd warm-kühle Wassergüsse bei größeren Kindern. Kalte Füße und verstopfte Nasen sind ein eingespieltes Team – leider kein gutes.
Schleim feucht halten – das A und O
Zäher Schleim ist der Hauptgrund, warum Kinder schlecht durch die Nase atmen können. Ziel ist es, das Sekret flüssig zu halten:
- Befeuchtende Nasensprays oder -tropfen mit Meerwasser oder isotoner Kochsalzlösung
- Anwendung ruhig häufig, auch 8–10× täglich, v.a. bei Säuglingen völlig unproblematisch
- Inhalationen mit Kochsalzlösung (z.B. 2–4× täglich je 10 Minuten) wirken tief in den Atemwegen
Optimales Raumklima
- Luftfeuchtigkeit eher hoch halten
- Zimmertemperatur 18–20 °C – mehr trocknet die Schleimhäute aus
- Regelmäßiges Lüften
Ausreichend Flüssigkeit
Flüssigkeit ist ein natürliches Schleimlösemittel:
- Wasser, Tee
- Suppen, Eintöpfe, Kompott
Homöopathische Arzneien
werden häufig eingesetzt, um die Selbstregulation des Körpers zu begleiten. Entscheidend ist weniger der Name des Schnupfens als die Art der Beschwerden und das Verhalten des Kindes.
- Aconitum
Plötzlicher Beginn nach kaltem Wind, trockene verstopfte Nase, starker Niesreiz, Unruhe, ggf. rasch hohes Fieber - Dulcamara
Schnupfen nach Kälte und Nässe, verstopfte oder gelb-weiß fließende Nase, besser im Warmen, schlechter in kalter Luft - Allium cepa
Starker wässriger Fließschnupfen mit heftigem Niesen, wunde Nase, milder Tränenfluss, Besserung an frischer Luft - Euphrasia
Ähnlich wie Allium cepa, aber mit brennend-wunden Augen, Nasensekret eher mild - Luffa operculata
Trockener Stockschnupfen mit Krusten, Stirndruck, Gefahr der Nebenhöhlenbeteiligung, besser an frischer Luft - Arsenicum album
Heftiger, scharfer Fließschnupfen mit brennender Reizung, fröstelige Kinder, Besserung im Warmen - Pulsatilla
Verstopfte Nase im Warmen, dickes gelbes Sekret, Besserung an frischer Luft, oft anhänglich-weinerlich - Nux vomica
Nächtlicher Stockschnupfen, morgendliche Niesanfälle, sehr zugluftempfindlich, reizbar - Kalium bichromicum
Zäher, fädenziehender Schleim, wichtig bei längerem Schnupfen mit Ohr- oder Nebenhöhlenbeteiligung - Sabadilla
Starker wässriger Fließschnupfen mit heftigem Niesen, häufig Kopf- und Augenschmerzen, besser durch Wärme - Hydrastis
Langanhaltender Schnupfen, wässrig-reizend oder zäh gelb-grünlich - Sticta pulmonaria
Trockener, verstopfter Schnupfen ohne Erleichterung durch Schnäuzen, Neigung zum Übergang in Bronchien, besser an frischer Luft
Dosierung
- Potenz C6 oder C12
- 3-mal täglich 5 Globuli
- Gabe bis zur deutlichen Besserung der Beschwerden
Säuglingsschnupfen
- Sambuccus nigra
Trockene, verstopfte Nase, Schniefen, Schlaf- und Trinkstörungen - Zincum
Verstopfter Schnupfen bei Babys, häufig nachts, teils mit Husten - Ammonium carbonicum
Wässriger Schnupfen, nachts stark verstopfte Nase mit Atemnot, v.a. bei kräftigen, erkältungsanfälligen Kindern - Lycopodium
Starker Fließschnupfen mit nächtlichem Erwachen, tagsüber reizbar, Besserung an frischer Luft
Dosierung
- Potenz C6 oder C12
- 3-mal täglich 5 Globuli
- Gabe bis zur deutlichen Besserung der Beschwerden
Abschwellende Nasentropfen: so kurz wie möglich – so selten wie nötig.
Schnupfen ist ein natürlicher Schutzmechanismus: Die Nasenschleimhäute schwellen an, produzieren Schleim und transportieren Krankheitserreger nach außen. Gerade bei Kindern unterstützt dieser Prozess die Reifung des Immunsystems. Schnupfen sollte daher meist nicht unterdrückt, sondern behutsam begleitet werden – mit feuchten Schleimhäuten, Geduld und Zeit für die natürliche Selbstreinigung.