Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Kleine Bläschen – eine große Immunreaktion

Plötzlich bekommt Ihr Kind kleine Bläschen im Mund, später rote Flecken oder Bläschen an Händen und Füßen. Viele Eltern erschrecken zunächst und denken an Windpocken oder eine Allergie. Tatsächlich steckt meist eine Hand-Fuß-Mund-Krankheit dahinter – eine typische Virusinfektion des Kleinkindalters.

So auffällig die Hautveränderungen aussehen: Die Erkrankung verläuft fast immer gutartig und heilt innerhalb weniger Tage bis einer Woche vollständig aus.

Die gleichen Viren – unterschiedliche Krankheitsbilder

Auslöser sind meist Coxsackieviren oder andere Enteroviren. Diese Viren gehören zu den häufigsten Erregern im Kindesalter und treten besonders im Sommer und in den Übergangszeiten auf, können aber das ganze Jahr über vorkommen.

Interessanterweise können dieselben Viren je nach Kind ganz unterschiedliche Körperregionen befallen. Manche verursachen vor allem eine virale Mandelentzündung, andere führen zu einer Herpangina mit Bläschen im Rachen oder zu einer Hand-Fuß-Mund-Krankheit mit den typischen Hautveränderungen. Wieder andere lösen leichte Magen-Darm-Beschwerden aus.

Welches Krankheitsbild entsteht, hängt weniger vom Virus selbst als von der individuellen Immunreaktion des Kindes ab.

Typischer Verlauf

Meist beginnt die Erkrankung mit leichtem Fieber, Müdigkeit und Halsschmerzen. Kurz darauf entstehen kleine schmerzhafte Bläschen im Mund, häufig an Zunge, Wangenschleimhaut oder Gaumen. Parallel dazu treten die typischen roten Flecken oder Bläschen an Handflächen, Fußsohlen und manchmal auch am Gesäß auf.

Die Hautveränderungen jucken meist nur wenig. Deutlich belastender sind die Schmerzen im Mund, die das Essen und Trinken erschweren können.

Nicht die Haut ist das Problem

Viele Eltern sorgen sich vor allem wegen des Ausschlags. Für die Kinder sind jedoch meist die Bläschen im Mund die größte Belastung. Schon kleine Schleimhautverletzungen können erhebliche Schmerzen verursachen.

Deshalb gilt auch hier: Eine gute Schmerztherapie ist oft die wichtigste Behandlung. Sobald die Schmerzen nachlassen, trinken und essen die meisten Kinder rasch wieder besser.

Was Ihrem Kind jetzt gut tut

Viel trinken, kühle Speisen und eine konsequente Schmerzbehandlung mit Paracetamol oder Ibuprofen erleichtern die Beschwerden deutlich. Joghurt, Quark, Apfelmus oder Wassereis werden häufig gut vertragen. Heiße, scharf gewürzte oder saure Speisen sollten vorübergehend vermieden werden.

Behandlung der Halsschmerzen

Immunstärkung

Antibiotika helfen nicht, da die Erkrankung durch Viren verursacht wird.

Ansteckung

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist besonders in den ersten Krankheitstagen ansteckend. Die Viren werden über Speichel, Nasensekret, Bläschenflüssigkeit und den Stuhl übertragen. Gründliches Händewaschen und eine sorgfältige Hygiene helfen, weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Viele Kinder dürfen Kindergarten oder Schule wieder besuchen, sobald sie fieberfrei sind, sich wohlfühlen und ausreichend trinken können. Einzelne Hautveränderungen oder eine länger anhaltende Virusausscheidung im Stuhl sind allein kein Grund, zu Hause zu bleiben.

Gut zu wissen

  • Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird fast immer durch Coxsackie- oder andere Enteroviren verursacht.
  • Dieselben Viren können auch Herpangina, virale Halsentzündungen oder leichte Magen-Darm-Infekte auslösen.
  • Die Bläschen im Mund verursachen meist mehr Beschwerden als der Hautausschlag.
  • Antibiotika sind nicht wirksam.
  • Die Erkrankung heilt fast immer innerhalb einer Woche vollständig aus.

Wann sollten Sie sich melden?

Bitte stellen Sie Ihr Kind vor, wenn es kaum noch trinkt, hohes Fieber länger als drei Tage anhält, sehr schläfrig wirkt oder sich der Allgemeinzustand deutlich verschlechtert. Auch bei Unsicherheit oder ungewöhnlich schwerem Verlauf untersuchen wir Ihr Kind gerne.

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gehört zu den typischen Virusinfektionen des Kleinkindalters. Die auffälligen Bläschen an Händen, Füßen und im Mund sehen oft dramatischer aus, als die Erkrankung tatsächlich ist. Entscheidend ist eine gute Schmerzbehandlung, damit Ihr Kind ausreichend trinken kann. Mit etwas Geduld, Ruhe und liebevoller Begleitung heilt die Infektion in den allermeisten Fällen vollständig und ohne Folgen wieder aus.

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