Geschützt von Anfang an

Die Standardimpfungen

Impfungen schützen Kinder vor Erkrankungen, die schwer verlaufen oder bleibende Schäden hinterlassen können. Viele dieser Infektionen sind dank der Impfprogramme selten geworden – verschwunden sind sie jedoch nicht. Ein vollständiger Impfschutz schützt Ihr eigenes Kind zuverlässig und trägt gleichzeitig zum Gemeinschaftsschutz bei.

In Deutschland gelten klare, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für den altersgerechten Impfschutz von Kindern und Jugendlichen. Diese werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut regelmäßig überprüft, anhand internationaler Studiendaten bewertet und bei neuen Erkenntnissen angepasst.

So entsteht ein verlässlicher, kontinuierlich aktualisierter Basis-Impfschutz medizinisch begründet, sicher geprüft und auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt.

 

Die einzelnen Impfungen erklärt

Rotavirus

Schützt vor schweren Magen-Darm-Infektionen im Säuglingsalter. Rotaviren führen häufig zu starkem Erbrechen und Durchfall mit rascher Austrocknung. Besonders kleine Kinder müssen dann oft stationär behandelt werden.

Die Schluckimpfung reduziert deutlich schwere Verläufe und Krankenhausaufenthalte.

Sechsfachimpfung

(Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, Hib, Hepatitis B)

Diese Kombination schützt vor sechs wichtigen Erkrankungen:

  • Diphtherie kann schwere Atemwegsverengungen und Herzschäden verursachen.
  • Tetanus (Wundstarrkrampf) führt zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und ist unbehandelt lebensgefährlich.
  • Pertussis (Keuchhusten) kann besonders bei Säuglingen zu Atempausen führen.
  • Polio kann bleibende Lähmungen hinterlassen.
  • Hib verursacht Hirnhautentzündungen und schwere Atemwegsinfektionen.
  • Hepatitis B ist eine Virusinfektion der Leber mit möglicher chronischer Verlaufsform.

Die Kombination in einer Impfung ist gut verträglich, wissenschaftlich umfassend geprüft und reduziert die Zahl der notwendigen Injektionen. Sie bildet das Fundament des frühen Immunschutzes.

Pneumokokken

Pneumokokken sind Bakterien, die Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen, Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen verursachen können.

Gerade im ersten Lebensjahr besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe.

MMRV

(Masern, Mumps, Röteln, Varizellen)

  • Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Neben Lungenentzündung drohen schwere Komplikationen wie Gehirnentzündung oder Spätfolgen.

Für Masern besteht in Deutschland eine gesetzliche Nachweispflicht beim Besuch von Kindertagesstätten und Schulen. Bei fehlendem Impfnachweis können Bußgelder verhängt werden.

  • Mumps kann u.a. Hirnhautentzündung verursachen.
  • Röteln sind besonders in der Schwangerschaft gefährlich.
  • Varizellen (Windpocken) können bakterielle Hautinfektionen oder neurologische Komplikationen nach sich ziehen.

Die Impfung schützt zuverlässig vor schweren Verläufen.

Meningokokken B

Meningokokken können innerhalb weniger Stunden zu einer schweren Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung führen.

Der Verlauf ist oft dramatisch schnell. Eine frühzeitige Impfung reduziert das Risiko erheblich.

Da diese Impfung erst seit wenigen Jahren Standard ist, fehlt sie bei älteren Kindern teilweise noch.

Meningokokken ACWY

Schützt vor weiteren wichtigen Serogruppen von Meningokokken.

Diese Erreger kommen weltweit vor und sind besonders bei Jugendlichen relevant. In Deutschland wird die Impfung standardmäßig im Jugendalter empfohlen.

FSME

(gesetzl. Standard in Bayern)

FSME ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion mit möglicher Hirnentzündung.

Aufgrund der regionalen Risikolage gilt die Impfung in Bayern als Standardempfehlung.

HPV-Impfung

Die HPV-Impfung schützt vor bestimmten Humanen Papillomviren (HPV). Diese Viren werden sehr häufig übertragen und können später verschiedene Krebsarten verursachen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs im Mund-Rachen-Bereich, an Genitalien oder After.

Die heutigen Impfstoffe schützen zuverlässig vor den wichtigsten Hochrisiko-Virustypen und zusätzlich vor vielen Genitalwarzen. Die Wirksamkeit der HPV-Impfung ist wissenschaftlich sehr gut belegt. Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren – möglichst vor den ersten engeren körperlichen Kontakten. In diesem Alter spricht das Immunsystem besonders gut auf die Impfung an. Versäumte Impfungen können bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

👉 Gut zu wissen

  • Die HPV-Impfung ist eine moderne Krebs-Vorsorgeimpfung.
  • Je früher die Impfung erfolgt, desto besser ist der Schutz.

Grundimmunisierung in den ersten zwei Lebensjahren

Frühes Säuglingsalter:

  • Rotavirus – 2 Schluckimpfungen

U3 sowie U4/U5:

  • Sechsfachimpfung (2x)
  • Pneumokokken (2x)

zwischen Vorsorgen U3-U5:

  • Meningokokken B (2x)

ab 10. Lebensmonat (U6):

  • MMRV (2x)

Auffrischimpfung im Überblick

im zweiten Lebensjahr:

  • Sechsfachimpfung (1x)
  • Pneumokokken (1x)
  • Meningokokken B (1x)

Sie werden von unserer Praxis rechtzeitig über die PraxisApp an anstehende Termine erinnert. Die Terminreservierung können Sie bequem über die Online-Buchung vornehmen. In der App bekommen Sie zudem ausführliche Hintergrundinformationen zu allen Impfungen.

Der Standardimpfschutz in Deutschland bietet Kindern einen sehr hohen, wissenschaftlich geprüften Schutz vor schweren Infektionskrankheiten. Er schenkt Eltern ein gutes Gefühl: vorbereitet zu sein, Risiken zu minimieren und schwere Erkrankungen zuverlässig vorzubeugen.
Alle individuellen Fragen, besondere Situationen oder persönlichen Wünsche besprechen wir gerne im Rahmen der Vorsorgetermine oder unkompliziert über unseren PraxisChat. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Ihr Kind von Anfang an gut geschützt aufwachsen kann.

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