Schimmelpilzallergie

Wenn Schimmel die Atemwege reizt

Schimmelpilzsporen gehören ganz natürlich zu unserer Umwelt – draußen wie drinnen. Einige Menschen entwickeln jedoch Antikörper gegen bestimmte Schimmelpilze und können bei Kontakt allergisch reagieren.

Bei Kindern zeigt sich eine Schimmelpilzallergie vor allem an den Atemwegen: mit verstopfter oder laufender Nase, Niesen, gereizten Augen, Husten oder pfeifender Atmung. Besonders bei Kindern mit Asthma können Schimmelpilzallergene Beschwerden verstärken.Drinnen oder draußen?

Nicht jede Schimmelpilzallergie bedeutet, dass Schimmel in der Wohnung vorhanden ist. Wichtige Allergene wie Alternaria und Cladosporium kommen vor allem in der Außenluft vor und können – ähnlich wie Pollen – saisonale Beschwerden verursachen.

Andere Schimmelpilze wie Aspergillus oder Penicillium können auch in Innenräumen vorkommen, besonders bei Feuchtigkeitsschäden.

Schimmel und Wohnen

 

Wie stellen wir die Diagnose?

Bei begründetem Verdacht können wir gezielt untersuchen. Neben der Krankengeschichte kommen Hauttest oder spezifische IgE-Antikörper im Blut infrage. Je nach Beschwerden können zusätzlich Lungenfunktion oder weitere allergologische Untersuchungen sinnvoll sein.

Breite, ungezielte „Schimmeltests“, Mykotoxinbestimmungen im Blut oder Urin sowie die routinemäßige Bestimmung zahlreicher Schimmelpilzarten helfen dagegen meist nicht weiter.

Was hilft?

Bei einem Feuchtigkeitsschaden gilt zunächst: Feuchtigkeit beseitigen und Schimmel fachgerecht sanieren. Allergische Beschwerden behandeln wir – je nach Ausprägung – wie andere Atemwegsallergien mit geeigneten antiallergischen oder entzündungshemmenden Medikamenten.

Eine Hyposensibilisierung gegen Schimmelpilze ist nur in ausgewählten Fällen sinnvoll. Die beste Evidenz besteht für eine eindeutig nachgewiesene, klinisch relevante Allergie gegen Alternaria, eingeschränkt auch gegen Cladosporium.

Schimmelpilzallergien gibt es – sie sind aber differenzierter als häufig angenommen. Nicht jeder Schimmelbefall verursacht eine Allergie und nicht jeder positive Bluttest erklärt die Beschwerden.

Entscheidend ist die Verbindung aus Beschwerden, gezielter Allergiediagnostik und tatsächlicher Exposition (Wohnung). 

Bei länger anhaltendem Husten, allergischem Schnupfen oder einer Verschlechterung des Asthmas sprechen Sie uns gerne an.

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