Krupphusten
Wenn Kinder nachts bellend husten
Der Pseudokrupp ist eine häufige Atemwegserkrankung im Kleinkindalter zwischen dem 6. Monat und 5. Lebensjahr. ihre Atemwege sind noch enger und empfindlicher als bei älteren Kindern. Typisch sind plötzlich einsetzende nächtliche Hustenanfälle mit einem bellenden, heiseren Klang und manchmal pfeifender Atmung. Für Eltern wirkt das dramatisch – das Kind ringt nach Luft, hustet und ist ängstlich. In über 95 % der Fälle bleibt der Verlauf mild und beherrschbar, wenn ruhig und überlegt gehandelt wird.
Ursache
Pseudokrupp entsteht durch eine Schwellung im Bereich des Kehlkopfs (Larynx), meist im Rahmen eines banalen Virusinfekts der oberen Atemwege. Verursacher sind häufig Parainfluenza-, Adeno-, RS- oder Influenzaviren.
Symptome
Der Anfall beginnt typischerweise plötzlich in der Nacht, häufig nach einem leichten Infekt oder Fieber.
Typische Anzeichen:
- bellender, hohl klingender („Seehundartiger“) Husten
- Heiserkeit, manchmal pfeifendes Einatmen (Stridor)
- nächtlicher Erstickungsreiz, Unruhe und Angst
- keine oder nur geringe Schleimbildung
- am Tag meist deutlich besserer Zustand
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Ein Arztbesuch oder Notruf (112) ist sofort erforderlich, wenn:
- das Kind hohes Fieber über 39 °C bekommt
- Schluckstörungen oder klosige Sprache auftreten
- Speichel aus dem Mund läuft
- die Atmung dauerhaft erschwert oder pfeifend ist
- der Husten tagsüber unvermindert anhält
Erstmaßnahmen
- Ruhe bewahren und beruhigend wirken – Angst verschlimmert die Atemnot.
- Kind aufrecht lagern, z. B. halbsitzend im Arm der Eltern.
- Kühle, feuchte Luft zuführen:
- im Winter: ans offene Fenster, auf Balkon oder Terrasse
- im Sommer: vor den geöffneten Kühlschrank setzen oder Wasserdampf aus der Dusche nutzen
- Frische Luft und langsames Atmen helfen, die Schwellung abklingen zu lassen.
- Bei bekanntem Krupp: Kortisonzäpfchen (z. B. Rectodelt oder Klismacort) nach ärztlicher Anweisung geben.
Homöopathische Begleitmaßnahmen
Bei beginnenden, leichten Anfällen können homöopathische Mittel unterstützend helfen:
- Aconitum C200 – bei plötzlichem Beginn nach Kältereiz oder Aufregung
- Spongia tosta C30 – bei trockenem, bellendem Husten
- Hepar sulfuris C30 – wenn der Anfall fortschreitet oder Schleim auftritt
Notfall-Behandlung
Wenn sich die Symptome zu Hause nicht bessern, wird in der Praxis oder Klinik in der Regel Kortison (z. B. Dexamethason oder Prednisolon) verabreicht – meist als Zäpfchen, Saft oder Inhalation. Bei schwereren Verläufen erfolgt zusätzlich eine Adrenalin-Inhalation, die die Schleimhautschwellung rasch abschwellen lässt.
Die meisten Kinder sind innerhalb weniger Stunden wieder besser. Eine stationäre Aufnahme ist nur bei schweren oder wiederkehrenden Fällen erforderlich.
Vorbeugung
- Kühle, feuchte Luft im Schlafzimmer (Raumtemperatur 18 °C)
- Rauchfreie Umgebung
- Viel frische Luft und Bewegung
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Luftbefeuchter oder feuchte Tücher in der Heizperiode
Pseudokrupp ist eine typische, meist harmlose Erkrankung im Kleinkindalter. Auch wenn die Anfälle dramatisch wirken, sind sie mit Ruhe, Nähe, feucht-kühler Luft und bei Bedarf einem Kortisonzäpfchen meist gut beherrschbar.
Wichtig ist: Bleiben Sie ruhig und handeln Sie sicher. Bei Unsicherheit oder deutlicher Atemnot gilt immer – lieber einmal zu viel ärztlich abklären als zu spät.