nervt ... Erkältung, Schnupfen
Warum Schleim sinnvoll ist
– und warum er wieder hinaus muss
Ein Schnupfen gehört zu den häufigsten Infekten im Kindes- und Jugendalter. Für Eltern wirkt der viele Schleim oft beunruhigend – dabei ist er zunächst kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck einer gut funktionierenden Abwehr.
Schleim ist kein Feind – sondern Reinigungsarbeit
Die Nasen- und Atemwegsschleimhäute sind mit einer feinen Schutzschicht überzogen. Gerät ein Virus oder Bakterium in diese Schleimhaut, reagiert der Körper sofort: Er produziert mehr Schleim.
Man kann sich das gut wie eine biologische Reinigungslösung vorstellen:
Der Schleim bindet Krankheitserreger, Staub und abgestorbene Zellen und transportiert sie nach außen. Schnupfen bedeutet also: Der Körper arbeitet.
Warum Schleim nicht „bleiben" darf
So wichtig Schleim ist – er erfüllt seine Aufgabe nur, wenn er auch wieder abfließen kann. Bleibt er zäh in Nase und Rachen liegen, kann er sich ausbreiten:
- in die Nasennebenhöhlen → Nebenhöhlenentzündung
- über die Ohrtrompete ins Mittelohr → Mittelohrentzündung
- nach unten in die Bronchien → Husten, Bronchitis
Schleim soll binden – dann wieder raus. Nicht eindicken, nicht festsetzen.
Ziel der Schnupfenbehandlung ist nicht, den Schleim zu stoppen, sondern:
- ihn zu verflüssigen
- den Abfluss zu erleichtern
- die Schleimhaut zu stärken
So unterstützen Sie die natürlichen Abwehrprozesse Ihres Kindes sinnvoll.
Tipps für zu Hause
Viel trinken – von innen spülen
Flüssigkeit macht Schleim dünnflüssig.
Geeignet sind Wasser, lauwarmer Tee (z. B. Fenchel, Kamille, Lindenblüte), Gemüsesuppe, Kompott.
Faustregel: Je mehr läuft, desto besser fließt.
Nase befeuchten statt austrocknen
- Kochsalz-Nasensprays oder -tropfen (NaCl 0,9 %)
- Mehrmals täglich möglich (je öfter desto besser)
- Unterstützt die natürliche Reinigungsfunktion der Schleimhaut
Die Nase bleibt gleitfähig statt verklebt.
Richtig Nase putzen
- Sanft, ein Nasenloch nach dem anderen
- Nicht mit Gewalt pressen
- Bei kleinen Kindern: Sekret vorsichtig abwischen oder absaugen
Zu starkes Schnäuzen presst Schleim eher ins Ohr oder in die Nebenhöhlen.
Inhalieren – feuchte Luft wirkt Wunder
- Warmes Wasser, ggf. mit Kochsalz
- Feuchte Luft beruhigt die Schleimhäute
- Besonders hilfreich bei festsitzendem Schleim
Für kleine Kinder reicht oft schon ein warmes Bad mit Wasserdampf.
Frische Luft – auch bei Schnupfen
Ein Spaziergang an der frischen Luft ist erlaubt und sinnvoll.
Kühle, feuchte Luft lässt Schleimhäute abschwellen und erleichtert das Durchatmen.
Schlaf und Ruhe – Reparaturzeit für den Körper
Im Schlaf regeneriert sich die Schleimhaut besonders gut.
Ein leicht erhöht gelagerter Oberkörper kann den Schleimabfluss erleichtern.
Reizstoffe meiden
Zigarettenrauch, oder trockene Heizungsluft reizen die Schleimhäute zusätzlich.
Homöopathie
Schnupfen ist Reinigungsarbeit.
Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, statt den Prozess zu blockieren.
Flüssigkeit, feuchte Schleimhäute und Geduld verhindern, dass sich der Infekt „festsetzt“.
Vorsicht: abschwellende Nasensprays
Abschwellende Nasentropfen können kurzfristig Erleichterung bringen, lösen aber kein Schleimproblem.
Bei längerem Gebrauch trocknen sie die Schleimhaut aus und behindern die natürliche Reinigung.
Deshalb: sparsam, kurzzeitig und altersgerecht – sonst lieber weglassen.
Erkältungen lassen sich nicht immer vermeiden – Komplikationen oft schon.
Wenn Schleim gelöst, abtransportiert und die Schleimhaut gepflegt wird, heilt ein Schnupfen meist unkompliziert aus. Mit einfachen häuslichen Maßnahmen geben Sie dem Körper Ihres Kindes genau die Hilfe, die er braucht – ruhig, wirksam und im Einklang mit der Natur.