Schlafstörungen
Schlafstörungen sind im Säuglings-, Baby- und Kleinkindesalter häufig und in vielen Fällen Teil einer normalen Entwicklung. Der Tag-/Nacht-Rhythmus reift erst über Monate, Leichtschlafphasen mit Unruhe sind physiologisch, und viele Kinder brauchen in dieser Zeit Nähe, Schutz und Orientierung. Im Schlaf verarbeitet das kindliche Gehirn Erlebnisse des Tages, innere Spannungen und – je nach Alter – Trennungsängste. Ziel jeder Behandlung ist daher zunächst, Ursachen zu erkennen, Sicherheit zu geben und die Selbstberuhigung schrittweise zu fördern.
Homöopathie kann hierbei begleitend sinnvoll sein – eingebettet in eine ganzheitliche Betrachtung des Kindes.
Homöopathische Arzneien
- Arsenicum album
nächtliche Angst u. innere Unruhe, Furcht vor dem Zubettgehen, Erwachen v. a. zwischen 0–3 Uhr, Albträume, Zähneknirschen, starkes Nähebedürfnis - Coffea
Übererregung trotz Müdigkeit, Gedanken kommen nicht zur Ruhe, Einschlafen deutlich verzögert - Cypripedium pubescens
ausgeprägte Tag-/Nacht-Umkehr, Kind macht die Nacht zum Tag, nachts aktiv - Nux vomica
innere Anspannung u. Reizbarkeit, zornige Kinder, Sprechen/Weinen im Schlaf, Erwachen zw. 2–4 Uhr - Pulsatilla
Einschlafstörungen mit starkem Nähebedürfnis, anhänglich, Trennungsangst, spätes Einschlafen - Sulfur
geringes Schlafbedürfnis, abends sehr munter, häufiges Erwachen nach Mitternacht, Hitzegefühl - Valeriana
leichte Weckbarkeit, unruhiger Schlaf, starke Geräuschempfindlichkeit, frühes Erwachen - Zincum
motorische Unruhe, Einschlafzuckungen, Kopfrollen, plötzliches Auffahren, unruhige Füße
Hinweis
Diese Auswahl stellt nur einen Ausschnitt bewährter Arzneien dar. Je nach Beschwerdebild kommen weitere Mittel infrage: Aconitum, Belladonna, Bryonia, Calcium carbonicum, Chamomilla, Hyoscyamus, Jalapa, Kalium carbonicum, Lycopodium, Magnesium carbonicum, Phosphorus, Staphisagria, Stramonium, Syphillinum u. a.
Homöopathie ist bei Schlafstörungen nur im Rahmen einer ganzheitlichen Gesamtbehandlung sinnvoll. Vor einer Gabe sollten Auslöser wie Überreizung, ungünstige Schlafrituale, Entwicklungsphasen oder familiäre Belastungen gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten besprochen werden. Die Auswahl des Mittels richtet sich stets nach der Gesamtheit der Symptome und der Konstitution des Kindes.