Zahnung - Dentitio difficile

Die Zahnung ist ein ganz natürlicher Entwicklungsschritt – und für viele Babys (und Eltern) eine fordernde Zeit. Zähne wachsen ein Leben lang. Während aktiver Zahnungsphasen kann die Wachstumsgeschwindigkeit deutlich ansteigen – das erklärt, warum das Zahnfleisch zeitweise stark unter Druck steht.

Zeitlicher Rahmen (typisch):

  • Erste Schneidezähne: 5.–7. Monat
  • Vordere Backenzähne: 12.–18. Monat
  • Eckzähne (Augenzähne): 14.–20. Monat

Unruhe, Schmerz, Schlafprobleme – Zeichen der Zahnung

Während des Zahndurchbruchs kann es zu körperlichen und emotionalen Veränderungen kommen:

  • Gerötetes, geschwollenes, druckempfindliches Zahnfleisch
  • Gerötete Wangen
  • Wundsein um Mund und im Windelbereich
  • Veränderter Stuhl (dünnflüssig, schleimig oder fester, oft intensiver Geruch)
  • Reizbarkeit, Unruhe, schlechter Schlaf
  • Zeitweise leichtes Fieber oder erhöhte Infektanfälligkeit

Zahnung ist ein ganzheitlicher Reifungsprozess. Immunsystem, Schleimhäute, Nervensystem und emotionale Balance arbeiten auf Hochtouren – Beschwerden sind häufig vorübergehend.

Hilfen bei erschwerter Zahnung

Viele Beschwerden lassen sich mit einfachen, alltagstauglichen Maßnahmen lindern:

  • Kauen & Gegendruck
    Altersgerechte Beißringe, flache Holzspatel, getrocknete Veilchenwurzel, feste Brotkanten oder größere Obststücke (z. B. Apfel) – immer unter Aufsicht. Gegendruck entlastet das gespannte Zahnfleisch. Löffel werden oft schlecht toleriert.
  • Kühle tut gut
    Gekühlte (nicht gefrorene) Beißringe oder ein kühler Waschlappen wirken abschwellend.
  • Sanfte Massage
    Mit sauberem Finger oder weicher Fingerzahnbürste – reduziert Juckreiz und Druck.
  • Nähe & Ruhe
    Mehr Körperkontakt, Tragen, ruhige Rituale und ein strukturierter Tagesablauf wirken oft wie ein kleines „Schmerzmittel“.
  • Zahnungsgels
    Kurzzeitig wirksam (z. B. Kamille, ggf. lokal betäubend) – sparsam und gezielt einsetzen.

Globuli bei Zahnungsbeschwerden

  • Chamomilla
    sehr schmerzempfindlich, stark gereizt, zorniges Schreien, kurze Besserung durch Tragen
  • Kreosotum
    bläulich-empfindliches Zahnfleisch, übelriechende Durchfälle, Mundgeruch, geschwächt
  • Calcium phosphoricum
    langsame/späte Zahnung, zarte Kinder, Koliken, Gasbildung
  • Magnesium phosphoricum
    plötzliche (v. a. nächtliche) Schmerzen, Nervosität, Schwitzen, kein Fieber
  • Dolichos
    wund-juckendes Zahnfleisch, starkes Beißbedürfnis, Massage lindert
  • Podophyllum
    Reizbarkeit, Kopfrollen, frühmorgendliche explosive Durchfälle

Weitere bewährte Mittel: Aconitum, Aethusa, Apis, Belladonna, Calcium carbonicum, Cina, Ferrum, Mercurius, Silicea, Sulfur, Rheum, Staphisagria, Tuberculinum, Zincum

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Zahnung ist natürlich – und darf anstrengend sein. Mit Geduld, Nähe und einfachen Maßnahmen helfen Sie Ihrem Kind zuverlässig durch diese Phase. Im Praxis-Chat und in der Praxis sind wir gerne für Sie da. 

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