Windpocken
beim Neugeborenen & Säugling
Windpocken – medizinisch Varizellen – gehören zu den klassischen Kinderkrankheiten. Auch im Säuglingsalter sehen wir sie gelegentlich.
Die beruhigende Nachricht vorweg: Bei den meisten Babys verlaufen Windpocken nicht schwerer als bei älteren Kindern. Trotzdem gibt es einige Besonderheiten, die Eltern kennen sollten.
Mütterlicher Schutz in den ersten Monaten
Neugeborene kommen zunächst nicht ungeschützt zur Welt. Über die Plazenta erhalten sie mütterliche Antikörper – eine sogenannte Leihimmunität.
Zu Beginn schützt sie über 95 % der Babys. Dieser Schutz nimmt jedoch Monat für Monat ab und ist am Ende des ersten Lebensjahres nur noch bei etwa 7 % der Kinder relevant.
Wie erfolgt die Ansteckung?
Windpocken sind hoch ansteckend. Die Viren verbreiten sich über direkten Hautkontakt oder kleinste Tröpfchen in der Luft. Ein enger Kontakt von ca. einer Stunde reicht aus. Ansteckend ist ein Kind schon 1–2 Tage vor dem Bläschenausschlag und bleibt es bis etwa fünf Tage nach Auftreten der ersten Hautveränderungen.
Wie erfolgt die Ansteckung?
Windpocken sind hoch ansteckend:
- Über direkten Hautkontakt
- Über feinste Tröpfchen in der Luft
Ein enger Kontakt von etwa einer Stunde kann bereits ausreichen.
Kinder sind 1–2 Tage vor dem typischen Bläschenausschlag ansteckend und bleiben es bis etwa 5 Tage nach Beginn der Hautveränderungen.
Wann können Windpocken gefährlich werden?
In der Regel verlaufen Windpocken unkompliziert. Erhöhte Vorsicht ist nötig:
- bei schweren Erkrankungen des Immunsystems (z. B. Leukämie, AIDS)
- bei Erstinfektion einer Schwangeren zwischen der 8. und 21. Schwangerschaftswoche
→ Risiko eines fetalen Varizellensyndroms - wenn sich die Mutter kurz vor oder nach der Geburt ansteckt
→ dem Neugeborenen fehlen dann schützende Antikörper
Schutz vor Windpocken
- Impfung: STIKO-Empfehlung ab dem 11. Lebensmonat
- Postexpositionsschutz: Bei Risikokonstellationen Gabe von Varizellen-Immunglobulin (z. B. Varitect®) innerhalb von 3 Tagen nach Ansteckung
- Prävention: In den ersten Lebenstagen möglichst Kontakt zu Erkrankten vermeiden
Tipps für zu Hause
Die meisten Babys überstehen Windpocken gut. Hautausschlag, mäßiges Fieber und etwas Unruhe sind häufig und klingen meist innerhalb weniger Tage wieder ab.
Hilfreich sind:
- viel Ruhe und Nähe
- ausreichendes Trinken
- kurze Fingernägel, um Aufkratzen zu vermeiden
- luftige Kleidung und sanfte Hautpflege
Vorsichtsregeln
Bitte sofort zum Kinderarzt bei:
- hohem oder anhaltendem Fieber
- Atemproblemen
- Trinkschwäche
- Krampfanfällen oder auffälliger Schläfrigkeit
- stark ausgedehnten, entzündeten oder schmerzhaften Hautveränderungen
Vorsicht bei Neugeborenen in den ersten Lebenstagen, bei Kindern mit Immunschwäche oder wenn die Mutter rund um den Geburtstermin erkrankt ist.
Windpocken sind für die meisten Babys gut beherrschbar und verlaufen unkompliziert. Wichtig ist, Warnzeichen früh zu erkennen und im Zweifel lieber einmal mehr nachzufragen. Über den Praxis-Chat oder persönlich in der Praxis sind wir jederzeit gerne für Sie da und begleiten Sie sicher durch diese Zeit.