Tränende oder verklebte Augen

Verklebte oder ständig tränende Augen sind im Säuglingsalter sehr häufig. Meist steckt kein Infekt dahinter, sondern eine noch unreife Anatomie. Für Eltern sieht das oft beunruhigend aus, ist in der Regel aber gutartig und vorübergehend.

Was steckt dahinter?

Bei vielen Neugeborenen sind die Tränenwege noch nicht vollständig durchgängig. Häufig ist der Tränenkanal am inneren Augenwinkel durch ein feines Häutchen verengt oder vorübergehend verschlossen.

Die Tränenflüssigkeit kann dann nicht richtig in die Nase abfließen, staut sich im Auge und läuft über. Dadurch wirken die Augen „wässrig', und die Lider können besonders nach dem Schlafen verklebt sein.

Gut zu wissen …
Das Auge selbst ist dabei meist gesund. In den allermeisten Fällen reift der Tränenkanal im Verlauf der ersten Lebensmonate von alleine nach.

Was Sie tun können

Eltern können den natürlichen Heilungsprozess gut unterstützen:

  • Sanfte Reinigung
    Verklebungen vorsichtig mit abgekochtem, lauwarmem Wasser, Fencheltee oder einer Euphrasia-(Augentrost)-Lösung entfernen
    Bitte immer mit frischen, sauberen Kompressen arbeiten
  • Richtige Wischrichtung
    Entgegen älteren Empfehlungen bewährt sich das Auswischen von innen nach außen
    So wird der innen liegende Träneneingang frei gehalten und die natürliche Wimpernrichtung genutzt
  • Tränengang-Massage
    Mehrmals täglich mit sauberem Finger sanften Druck auf den inneren Augenwinkel ausüben (Richtung Nase)
    Diese Massage kann das feine Häutchen öffnen und beschleunigt oft die Besserung
  • Geduld bewahren
    In über 90 % der Fälle normalisiert sich der Tränenabfluss im Laufe der ersten 6–12 Lebensmonate ganz von selbst

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist meist nur bei stärkeren Eiterungen notwendig:

  • deutlich gelblich-eitriges Sekret
  • ganztags immer wieder verklebte Augen, trotz Reinigung
  • Verklebungen lassen sich nicht lösen

Leichtes Tränen oder morgendliches Verkleben ist häufig harmlos.
Wichtig ist, die Verklebungen regelmäßig zu lösen, damit die Tränenwege frei bleiben.

Verklebte und tränende Augen gehören zu den häufigen, meist harmlosen Anpassungsphänomenen im Babyalter. Mit sanfter Pflege, richtiger Wischtechnik und Tränengang-Massage können Sie selbst viel bewirken. In aller Regel löst sich das Problem von alleine.

Und wenn Sie unsicher sind: Wir schauen gemeinsam hin – in der Sprechstunde oder unkompliziert über unseren Praxis-Chat. Sie müssen damit nicht allein bleiben.

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