Malaria
– was Eltern wirklich wissen sollten
Malaria ist keine „Urlaubserkältung“, sondern eine ernstzunehmende Infektionserkrankung, die in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt. Gerade für Kinder kann sie gefährlich verlaufen. Die gute Nachricht: Mit guter Vorbereitung lässt sich das Risiko deutlich senken.
Was ist Malaria?
Malaria wird durch Parasiten (Plasmodien) verursacht, die durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen werden. Diese Mücken sind vor allem zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang aktiv. Besonders relevant ist die Malaria tropica (Plasmodium falciparum). Sie kann rasch schwer verlaufen und ist die häufigste gefährliche Form bei Reisenden nach Afrika südlich der Sahara.
Der wichtigste Schutz: Mückenstiche vermeiden
Es gibt keinen 100 % sicheren Medikamentenschutz.
Der wichtigste Schutz ist immer der mechanische Schutz vor Mückenstichen.
Das bedeutet konkret:
- Ab Dämmerung möglichst in geschlossenen, klimatisierten Räumen aufhalten
- Helle, langärmelige Kleidung tragen
- Lange Hosen, Socken über den Hosenbeinen
- Unbedeckte Haut mit geeigneten Repellentien (altersgerecht) behandeln
- Schlaf unter imprägnierten Moskitonetzen
- Fenster mit Fliegengittern sichern
Gerade bei Kindern ist konsequenter Stichschutz entscheidend.
Medikamentöse Prophylaxe
Je nach Reiseziel empfiehlt das Auswärtige Amt bzw. die WHO eine medikamentöse Prophylaxe oder eine Stand-by-Therapie.
Wichtige Punkte:
- Beginn meist 1–2 Tage vor Einreise (je nach Medikament)
- tägliche oder wöchentliche Einnahme
- Fortführung 7 Tage bis 4 Wochen nach Verlassen des Gebiets (abhängig vom Präparat)
- Dosierung immer nach Körpergewicht
Häufig eingesetzte Medikamente:
Malarone junior
(Wirkstoffe: Atovaquon 62,5mg / Proguanil 25mg)
Das Medikament ist ab einem Jahr (ab 11 kg Körpergewicht) zugelassen.
Am besten dosieren Sie es nach dem Körpergewicht Ihrer Kinder:
- 11 - 20 kg: 1 Tablette täglich
- 20 - 30 kg: 2 Tabletten täglich
- 30 - 40 kg: 3 Tabletten täglich
- über 40 kg: 1 Erwachsenentablette täglich.
Beginn 1–2 Tage vor Einreise, Fortführung 7 Tage nach Rückkehr
Lariam®
(Mefloquin)
Wöchentliche Einnahme
Beginn 1–2 Wochen vor Reisebeginn
Wird aufgrund möglicher neuropsychiatrischer Nebenwirkungen zurückhaltender eingesetzt
Welche Strategie sinnvoll ist, hängt vom genauen Reiseziel, der Jahreszeit, dem Alter des Kindes und bestehenden Vorerkrankungen ab. Eine individuelle reisemedizinische Beratung ist daher unverzichtbar.
Symptome erkennen –
im Zweifel sofort handeln
Typische Anzeichen einer Malaria sind:
- Fieber
- Kopf- und Gliederschmerzen
- ausgeprägtes Krankheitsgefühl
- bei Kindern häufig zusätzlich Erbrechen oder Durchfall
Wichtig zu wissen:
Gerade bei Malaria tropica fehlt oft das typische rhythmische Wechselfieber. Jede fieberhafte Erkrankung nach Aufenthalt im Risikogebiet gilt zunächst als Malariaverdacht – bis das Gegenteil bewiesen ist.
Das bedeutet:
Bei Fieber im Reiseland oder nach Rückkehr sofort ärztlich vorstellen und auf den Auslandsaufenthalt hinweisen.
Unser Tipp
- Reiseziel sorgfältig prüfen
- Frühzeitig reisemedizinische Beratung einholen
- Mückenschutz konsequent umsetzen
- Medikamentöse Prophylaxe nach individueller Abwägung
- Bei Fieber nach Tropenaufenthalt immer an Malaria denken
Mit Babys und Kleinkindern sollte genau abgewogen werden, ob eine Reise in ein Hochrisikogebiet wirklich notwendig ist. Ein Urlaubsziel ohne Malariarisiko ist biologisch deutlich entspannter. Für ein Kind ist ein Abenteuer nicht an geografische Entfernung gebunden. Ein Wald in Deutschland kann genauso spannend sein – und medizinisch wesentlich risikoärmer. Gerne beraten wir Sie individuell in unserer Praxis zur Reiseplanung, Impfungen und Malariaprophylaxe – damit Ihr Familienurlaub sicher und entspannt bleibt.