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Alkoholische Arzneien bei Kindern scroll
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Kindgerechte Medizin Rein rechtlich gesehen dürfen Sie Kleinkindern alkoholhaltige Arzneitropfen verabreichen, soweit hierfür eine arzneirechtliche Kinderzulassung für diese Altersgruppe vorliegt. Andererseits versuche ich in der Praxis grundsätzlich auf alkoholhaltige Medikamente für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren zu verzichten. In der Regel gibt es nämlich zahlreiche hochwirksame Alternativen zu den alkoholhaltigen Dilutionen. Gerade in der Homöopathie kommt man hervorragend ohne den Einsatz von Alkohol zurecht. Die meisten Substanzen werden auf Milchzucker-Globuli bedampft, oder sogar in Tablettenform gepresst. Bitten Sie Ihren Arzt und Apotheker nach einem wirkstoffgleichen alkoholfreien Alternativpräparat, ggf. von einem anderen Hersteller. |
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Der Destillations-Trick Während der zahlreichen Besuche bayerischer Brauereien in meiner Jugend habe ich gelernt, dass sich Alkohol bei einer Siedetemperatur von 78° C in Gas verwandelt und mit der Luft aufsteigt. Seither empfehle ich unseren Müttern die alkoholhaltigen Arzneien - wenn sie denn unersetzlich sind - in 80° C heißen Tee zu mischen, die Lösung dann abkühlen zu lassen. Sie erhalten dann eine nahezu alkoholfreie wässrige Arzneilösung. Denn eine kindgerechte Medizin sollte auf Alkohol verzichten. |
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Alkoholische Arzneien im Kindesalter Erstaunlich viele Arzneien mit einem Alkoholgehalt von 20 bis 50 Vol.% Ethanol, sind für das Baby- und Kindesalter zugelassen. Die Einnahme ist nach Ansicht der meisten Experten unbedenklich. Die toxische Dosis liegt bei Kindern bei etwa 1,3 bis 1,8 g Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht, das heißt bei einem einjährigen Kleinkind 12 g Alkohol entsprechend einem Glas Pils oder 15.000 Tropfen einer Arznei mit 50 Vol.% Ethanol. Die in diesem Alter oftmals übliche Tagesdosis von 15 Tropfen liegt mit lediglich 0,3 g Alkohol weit darunter. Der Alkoholabbau ist bei Kindern aufgrund Ihres relativen Fettgehaltes sogar relativ günstig. Er liegt bei 0,2 g Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde. Von den Herstellern alkoholischer Arzneien wird immer wieder betont, dass bereits ein 0,2l Glas Apfelsaft 0,6 g Alkohol, ein Glas Kefir sogar 2 g Alkohol enthalte. |
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Gefahren Für Kinder mit einem (unentdeckten) Defekt der Alkoholdehydrogenase, Erkrankungen der Leber oder der Bauchspeicheldrüse, oder Epileptiker kann die Einnahme alkoholhaltiger Medikamente eine starke Gefährdung bedeuten. Auch die gleichzeitige Einnahme von Codein, Schmerz- oder Schlafmitteln kann gefährlich werden. Die größte Gefahr sehe ich der Praxis bei Einreibungen von Babys und Kleinkindern mit alkoholischen Essenzen, wie z.B. Bachblüten, Einreibemittel zum Fiebersenken etc.. Alkohol diffundiert in hohem Maße durch die zarte Säuglingshaut und führt so zu relativ hohen Blutalkoholspiegeln. |